Freitag, 31. Dezember 2010

Zum Schluss nochmal Bildung...

Zum Jahresende möchten wir euch nochmal einen Text von der Georg-Weert-Gesellschaft Köln vorstellen.


Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie hässlich ist die Linke?
Chronik der laufenden Säuberungswelle

Materialistische Kritik hofft, sich letztlich geirrt zu haben, ihre Interventionen sind darauf angelegt, den Druck noch drückender und mittels des (selbst-)erkennenden Schreckens die überwältigende Unmündigkeit angreifbar zu machen, die die Individuen bannt. Wer sich daran macht, den ideologischen Zwang und Alpdruck zu kritisieren, der, von allen reproduziert, auf allen liegt, wird, wenn er dies radikal genug tut, sowohl bei seinen Zuhörern als auch bei sich selbst nicht geringen Widerstand gegen die von Illusionen befreiende Wahrheit erfahren und bedarf eines an allen Heilsgewissheiten verzweifelten Mutes, um den falschen Trost, die objektiven Lügen, den naheliegenden Wahn zu durchschauen.

Dies sind gewiss keine neuen, oder – wie es im Jargon gerne sich revolutionär nennender Diskurse oft heißt – „spannenden“ Erkenntnisse. Doch sie gelten sowohl für den Menschen, der vielleicht erst angefangen hat, sich die tiefen, leidbewirkenden Widersprüche und Frustrationen der kapitalistischen Totalität bewusst zu machen, als auch für denjenigen, der sich als bereits fortgeschritten Wähnender in vielerlei Hinsicht schlau gemacht hat und doch gute Gründe hätte, auch seiner erworbenen Schläue zu misstrauen. Beide müssen der Maxime treu bleiben, sich der kränkenden Zumutung der Kritik nicht zu entziehen und sollten jede Gelegenheit froh begrüßen, bei der sie einer rücksichtslosen, entlarvenden und polemischen Intervention ausgesetzt werden, die nicht in allem Recht haben muss – worauf sie, wie gesagt, sogar hofft - um ihre segensreiche Wirkung zu entfalten.

Unser Genosse Justus Wertmüller, Redakteur der Zeitschrift Bahamas, hat es dieses Jahr verstärkt auf sich genommen, solche angesichts der Triumphe des antisemitischen Wahns dringend nötigen, öffentlichen Herz- und Hirnoperationen durchzuführen, unter zunehmend massivem Widerstand, aber ebenso zunehmender Publikumsteilnahme. Und die Versuche, seine gut besuchten Vorträge zu verhindern und ihn mittels der bewährten großkalibrigen Worthülsen „Sexist“ und „Rassist“ mundtot zu machen, haben nun einen vorläufigen Kulminationspunkt in Bonn gefunden, wo sich, eingeladen durch das Referat für politische Bildung des AStA der Universität Bonn, am 12. November 2010 ein äußerst gemischtes Publikum einfand, um seine Gedanken zum „Sarrazin-Komplex“ anzuhören bzw. mit allen Mitteln zu versuchen, das Vortragen dieser Gedanken zu verhindern.

Bei vorherigen Veranstaltungen, bspw. in Lübeck und München, wurde die Absage der den linken Konsens überfordernden Veranstaltungen den Betreibern der meist in der linken Subkultur verankerten Veranstaltungsorte mittels elektronischer Denunziationskampagnen nahegelegt und von diesen ohne nenneswerten Widerstand durchgeführt. Das poststrukturalistische Wörtchen vom „Sprechort“ erhielt damit einen praktischen Sinn für die Ideologiekritik, denn die Raumsuche entwickelte sich zur Schnitzeljagd (was übrigens eine gute, antivegane Metapher für die Geschichte der Antideutschen wäre). Auch in Leipzig schloss ein eventueller Sprechort, das Zentrum Conne Island, in vorauseilendem Gehorsam dem Rassistenbann gegenüber und unter Hinweis auf die Mühen politischer Konsensfindung, die Tore seines „Freiraums“ für die perhorreszierte Intervention.

In Bonn schritt die anti-antideutsche Säuberungswelle dergestalt fort, dass es der örtlichen bzw. regionalen Niederlassung der antisemitischen Internationalen, vor allem vertreten durch die „Rote Antifa“ und den Gruppenführer Simon Ernst, gelang, sich störend, pöbelnd und schließlich das Podium und den Sprecher angreifend zu inszenieren, freilich ohne die Durchführung der Veranstaltung verhindern zu können.

Die von der Moderation schließlich gerufene Polizei beendete eine sich steigernde Terrorphase gegen den Sprecher, seine Gastgeber und seine Zuhörer, einen direkten Anschlag auf das Augenlicht Wertmüllers mittels eines Laser-Pointers inbegriffen, der einen in diesem Moment schützend vor ihm Stehenden blendete und verletzte, was sowohl ein klinisches Nachspiel hatte, als auch ein juristisches haben wird.

Diese einzelne Tat hat eine taktische und eine psychologische Komponente, und letztere mag hier in einer ferndiagnostischen Interpretation nützlich sein, um, soweit dies überhaupt möglich ist, über die Motivation des Terrors jenseits seiner nichtswürdigen Parolen aufzuklären: denn das versuchte Blenden Wertmüllers richtet sich gegen seinen Blick, der den Wahn der Angreifer solange stört und provoziert, wie er kritisch auf sie fallen kann, was auf die von ihrem Bewusstsein abgespaltene Ahnung ihrer Schande schließen lässt. Wertmüller wird als prominenter Exponent der Ideologiekritik dafür gehasst, dass er trotz der abschnurrenden Behauptung seiner totalen Irrelevanz immer wieder die niederträchtige Bewusstlosigkeit sieht und offen ausspricht, die sich gerade dort einstellt, wo es um die Befreiung des Menschen von Ausbeutung, Unterdrückung und Beschränktheit gehen sollte; bei denen, die sich mit den Adjektiven kommunistisch, feministisch, emanzipatorisch, solidarisch drapieren und die sich in ihrer unschuldigen Selbstgerechtigkeit vom bösen Blick dennoch so bedroht und zu wüstem Treiben berechtigt fühlen, wie blaue Amulette tragende Eingeborene, die den Raub ihrer Seelen durch das Objektiv der Kamera fürchten.

Eine Schlüsselrolle spielte an diesem Abend die schon erwähnte, so reflexhaft vorgebrachte wie von jeglicher Argumentation unbehinderte Anklage, die noch vor dem ersten Wort Wertmüllers Signal gab und dem ambivalenten Publikum von vornherein den Mund zuhalten sollte: „Du bist ein Rassist!“ Dieser immer triumphal vorgebrachte Vorwurf ist nach dem neuesten Stand der Dinge im postnazistischen Deutschland die gymnasiale und akademische Variante des Schimpfwortes „Jude“ auf weniger privilegierten Schulhöfen. Es ist in beiden Fällen, auf bildungsbedingt verschiedenen Stufen der Jargonentwicklung, dasselbe gemeint, nämlich das konstitutive Hassobjekt der Umma, der zur Verwirklichung drängenden Völkergemeinschaft, die die sich dadurch bildenden und gegenseitig findenden rackets um den Juden unter den Staaten magnetisiert. Es soll in beiden Fällen bewirken, dass die umstehenden Zuschauer, gar die Freunde des Angegriffenen, von diesem abrücken, um sich nicht selbst der Gefahr der Markierung durch den Mob auszusetzen. Und in beiden Fällen ist die Motivation der Angreifer antisemitisch und richtet sich oft, durch die deutsche Staatsräson zumeist behindert, frustriert gegen Ersatzjuden, also Projektionsflächen, die sich mehr oder weniger nachvollziehbar mit den gewähnten Eigenschaften der Juden und ihres Staates identifizieren lassen oder die, wie im Falle Wertmüllers, öffentlich bedingungslos für Israel intervenieren. Die „Rote Antifa“ hat es so einfach wie wirksam vorgeführt, da sie während ihres Auftritts und in ihrem Bekennerbrief den Grund für ihren Hass auf Wertmüller nach und nach präzisierte, also von „Rassist“ über "Philosemit" zu „Zionist“ überging und, endlich vor die Tür gesetzt, „Intifada bis zum Sieg“ skandierte. Dieser ersehnte Endsieg der totalen Integration kann nur durch die Projektion eines totalen Feindes gelingen, dem Abschlussritual der Haddsch durch die rituelle Steinigung des Teufels von der Dschamarat-Brücke aus entsprechend.

Simon Ernst ließ es nicht einmal an auf der Bühne der Weltpolitik wohlbekannten Techniken der Selbstinszenierung als Opfer der Ausgrenzung fehlen, wie zum Beispiel seine Performance empörter Fassungslosigkeit darüber, dass ihm „nur eine Minute“ Redezeit während des Vortrags herumschreiend zu erpressen gelang. Diese Klage über die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, immer schon Visitenkarte der Antisemiten, wurde auch vom türkischen Präsidenten Erdogan in Davos vorgebracht – mit dem gleichen Hinweis auf die Redezeit, um die man ihn betrogen und diese Shimon Peres zugeschlagen hätte. Einer der wenigen heiteren Momente des tumultuösen Bonner Abends war der ob des Rauswurfs gekränkte Ruf der verfolgenden Unschuld: „Der hat doch damit angefangen!“

Doch die „Rote Antifa“ tut in gewisser Weise nur ihren Job, den sie für den Moment mit ihren mitgebrachten, aus dem Hamburger Zentrum für Antisemitismusförderung B5 stammenden Aufklebern „Antideutsche klatschen!“ definierte und der, eingedenk des von diesem Sturmlokal ausgegebenen Kurses, genau genommen präzisiert werden müsste: „Antideutsche klatschen, um endlich an die Juden heranzukommen!“ Denn so ohnmächtig auch die verhasste Kritik ist, sie wird als störende Hemmung, als den Spaß verderbendes Gewissen bei den Antiimperialisten selbst und vor allem bei ihren Rekrutierungsobjekten empfunden. Die ansteckende Ohnmacht der Kritik selbst ist es, die den Zorn dieser Identitätspolitiker erregt, denn sie fürchten nichts mehr, als das Protokoll ihrer eigenen Ohnmacht aufnehmen zu müssen und sind längst dazu übergegangen, ihre Version der Protokolle der Weisen von Zion zu schreiben.

Die „spannende“ Frage ist hier aber nicht, wie wahnsinnig diese Revolutionswächter sind, sondern wie weit es ihnen gelingt, den vorhin erwähnten Schulhof-Effekt durchzusetzen und einem im besten Fall eingeschüchterten Kollektiv das Abrücken von den unbedingten Verteidigern Israels (und damit schließlich von Israel selbst) abzunötigen. Mit Bonn beginnend lässt sich als unerfreuliche Antwort hierauf bei den meisten Teilnehmern der Veranstaltung eine den Ausgang des üblen Geschehens abwartende Vorsicht feststellen, eine in antizionistischen Zeiten opportune Neutralität, die, auch wenn womöglich nicht in der Motivation, so doch zumindest in der Wirkung, keine ist und die Preisgabe des von der Bahamas präzisierten kategorischen Imperativs impliziert. In diesen Zusammenhang gehört auch das Verhalten des Plenums von Conne Island, insbesondere des schändlichen, sich enthaltenden Drittels, das sein Heil in der Positionslosigkeit suchte, sowie das widerstandslose Einknicken vor dem argumentfreien Rassismusvorwurf seitens diverser Lokalbetreiber in Lübeck und München, die „im Zweifelsfall gegen den Angeklagten“ entschieden.

Hierhin gehört auch die defätistische, schlimmer noch: politische Haltung der Hamburger Studienbibliothek vor nunmehr einem Jahr während der Affaire Lanzmann, die in ihrer Schrift Willkommen in der Provinz gegen die zu befürchtende „Wiederholung eines antisemitischen Triumphs“ (S. 8) die folgenlos beschworene „Provokation von Reaktionären“, die „immer ein linker Anspruch“ war (S. 26) ausspielte, um sich lediglich auf „eine Kraftprobe: ob es gelingen kann, dem Treiben der linken Antisemit_innen praktisch Grenzen zu setzen“ zu beschränken. „Praktisch“ wiederum bedeutet hier, dass sich die Politik darin erschöpfte, die „Vorführung von Warum Israel durchzusetzen“, was „als Ziel realistisch“ sei, denn „die B5 dichtzumachen, hätte als Forderung rein symbolischen Charakter besessen“ (alles auf S. 8). Und es sei die zeitnahe Abrechnung des Hamburger Studienbibliothekars Lars Quadfasel mit den „charakterlich deformierten“ Antideutschen hinzugefügt, der ihnen auf der Konferenz „Wie Scheisse ist Deutschland?“ in Bremen übermäßige Distinktionsbedürfnisse sowie eine ungesunde und auf theoretische Vergreisung hinweisende Obsession mit Deutschland, der Linken und dem Islam bescheinigte, was implizit die schon in den Bekundungen des Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten unübersehbare Bereitschaft enthält, sich a) mit einer manifest wahnsinnigen und antisemitischen Linken um jeden Preis zu versöhnen, und b) diesen Preis – die bedingte Solidarität mit Israel, das berühmt gewordene „Verhalten zu Israel“ – vorauseilend zu entrichten.

Dementsprechend wird die weitgehende Schleifung jedes konsequent zionistischen Profils mit seiner faktischen Unmöglichkeit bei gleichzeitigem Verbleib in der linken Szene begründet. Denn (immer noch auf dieser äußerst ergiebigen S. 8) zu den Vorfällen während der Demonstration „Flagge zeigen!“, die als Spalierlauf einer so einsamen wie israelsolidarischen Gruppe unter einem antiimperialistischen Hagelschauer von Steinen und Flaschen zu beschreiben ist – wobei das tatenlose Zuschauen der übrigen Szene kein zu vernachlässigendes Detail wäre –, zu dieser Demaskierung also sowohl des linken Milieus als auch der vermeintlichen Fortschritte bei seiner Zivilisierung fällt Kiez-Kindergärtnern wie Quadfasel & Co. nichts Besseres ein, als einzuräumen, „durch die inhaltlichen und formalen Vorgaben (was auch immer von ihnen im Einzelnen zu halten ist)“ der Demonstration den „Teilnehmer_innenkreis […] so klein wie möglich gehalten“ zu haben. „Dementsprechend groß war die Koalition, die sich gegen sie zusammenfand.“ Darum sei man besser beraten, in Hamburg mit zionistischen Formalitäten (durch das „was auch immer“ wie schon so manches bereits als Verhandlungsmasse angeboten) den Ball flach zu halten, um die pädagogische Illusion weiterhin fortsetzen zu können und unter vorwegnehmender Abwehr des doch zuerst in ihnen selbst aufkommenden Vorwurfs, sich „zu drücken“, geschickt davor zu warnen, sonst „dem antisemitischen Mob [...] Rückendeckung zu verschaffen“.

All diesem gegenüber gibt die Georg-Weerth-Gesellschaft Köln kund und zu wissen, dass sie nicht nur mit Justus Wertmüller, den Veranstaltern und dem verletzten Genossen solidarisch ist, sondern aus dieser Erfahrung eine schlagende Bestätigung ihrer Entschlossenheit gewonnen hat, den bösen Blick der materialistischen Ideologiekritik weiterhin ohne Milde auf das Treiben der antisemitischen Internationale, ihre Akteure, Kollaborateure, Apologeten, Steigbügelhalter, Vermittler und fleißigen Netzwerker zu richten, weil es nicht in erster Linie um die vollends verhärteten Avantgarden der falschen Aufhebung geht, sondern um die von ihnen längst noch nicht okkupierten Unglücklichen, Zweifler, Träumer und Unzufriedenen, die mittels der Kritik und Selbstkritik den Mut finden, sich radikal ihres Verstandes zu bedienen. Diese sind es, die, zunehmend von krisenhaften Wehen vorwärts gedrängt, zu Veranstaltungen wie in Bonn kommen und um die es sich zu kämpfen lohnt, mittels rücksichtsloser Kritik, die sich nicht mit dem Wahn in den Köpfen gemein macht, sie weder „abzuholen“ noch „mitzunehmen“ sucht, sondern Ernst nimmt.

Georg-Weerth-Gesellschaft Köln


Link: http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/101125gwgksarrazin.html

Dienstag, 14. Dezember 2010

Neus vom antisemitischen Lager..

„Erste Ausgabe der „Roten Ruhr“ erschienen!“

verkündet die Rote Antifa [Essen] auf indymedia linksunten. Diese erste Ausgabe besteht aus ganzen vier Seiten und enthält „das neue Selbstverständnis der Roten Antifa [NRW], einen Artikel zur momentanen „Terrorhysterie“, einen Ausblick auf die jährliche LLL-Demo in Berlin und einen Rückblick auf die Anti-Nazi-Proteste in Essen.“

rote antifa

Mit dem Selbstverständnis der Roten Antifa [NRW] wird sich dann auch schon recht schnell und deutlich positioniert. Man ist eine „revolutionäre Jugendgruppe“, versucht eine „klassenbewusste Jugendbewegung aufzubauen“ und will sich selbstverständlich „offensiv gegen die Missstände dieser Gesellschaft stellen.“ Dafür liefert man dann auch gleich eine theoretische Basis, die den herrschenden Zustand in aller Kürze erfasst, schließlich will man

„nicht nur gemeinsam gegen Hartz IV, Rassismus und Krieg kämpfen, sondern auch gegen das herrschende System, in dem die Mehrheit der Bevölkerung (Arbeiterklasse) durch eine kleine Minderheit (Kapitalistenklasse) ausgebeutet und unterdrückt wird; wobei die Kapitalistenklasse von dem von der Arbeiterklasse geschaffenen Reichtum lebt und sich daran bereichert.“

Glücklicherweise hat die Rote Antifa [NRW] auch das Patentrezept um das herrschende System zu überwinden:

„Um eine revolutionäre Situation schaffen zu können, müssen wir in aktuelle Kämpfe eingreifen und uns organisieren.“

Wer meint in puncto struktureller Antisemitismus wäre die Spitze der Fahnenstange schon durch Gruppierungen wie SOL Hamburg erreicht, der wird hier eindeutig des Besseren belehrt. Die Rote Antifa [NRW] ist ein Paradebeispiel für die Praktizierung eines simplifizierenden Weltbilds, wer die Welt so leicht in gut und böse unterteilen kann, der sollte vielleicht noch einmal etwas nachdenken. Oder Marx lesen, der schrieb nämlich schon: Die

„Charaktermasken der Personen sind nur die Personifikationen der ökonomischen Verhältnisse, als deren Träger sie sich gegenüberstehen.”

„Es geht um Personen, nicht um Individuen.“ schlußfolgerte auch Joachim Bruhn in “Charaktermasken abschminken” – Abstrakte Herrschaft, bewaffneter Kampf, konkrete Leichen.

Vielmehr gibt das Selbstverständnis dann auch nicht her. Wer dann noch ein bisschen auf der Homepage der Roten Antifa stöbert, der findet allerlei reaktionären Kram insbesondere natürlich den obligatorischen Hass auf Israel und verkürzte Kritik wo es auch nur möglich ist sie anzubringen (1, 2, 3, 4)

Und warum es sich hier um strukturellen Antisemitismus handelt? beatpunk schrieb zur Thematik:

»Meiner Deutung nach«, fasste Postone einen zentralen Aspekt seiner Analyse des modernen Antisemitismus zusammen, »wurden die Juden also nicht nur mit dem Geld, das heißt der Zirkulationssphäre, sondern mit dem Kapitalismus überhaupt gleichgesetzt. […] Die Überwindung des Kapitalismus und seiner negativen Auswirkungen wurde mit der Überwindung der Juden gleichgesetzt.« Exakt auf den Punkt gebracht, lässt sich da nur sagen.
Es ist genau diese assoziative Identität, die in der Rede vom strukturellen Antisemitismus gemeint ist. Ohne eine Kapitalismuskritik, in der das Kapital nicht als prozessierender Widerspruch sondern als zerschlagbare Einheit dargestellt wird, die von »Herrschenden« zusammengehalten wird, fände der Antisemitismus keinen Anknüpfungspunkt in der Kapitalismuskritik, während umgekehrt ohne antisemitische Fixierungen, die den Abgleich der Vorstellungen vom Kapital mit der Realität verhindern, die behauptete Einheit an Plausibilität verlieren würden.

Abgesehen davon finden sich in der Roten Ruhr einige nicht weiter erwähnenswerte Texte und auf linksunten noch eine abschließende Drohung:

„Die „Rote Ruhr“ bekommt ihr ab sofort auf allen Aktionen wo ihr uns antrefft.“

**Der Beitrag wurde vom Blog Instand End kopiert!

Dienstag, 19. Oktober 2010

Naziaufmarsch in Hamm verhindern!!-Aber bitte ohne Bündnis

In Ahlen soll am 29.10.10 eine Vorabendkundgebung stattfinden und am darauf folgendem Tag den 30. Oktober ein Naziaufmarsch in Hamm. Natürlich rufen wir euch dazu auf den Naziaufmarsch am Samstag und die Kundgebung in Ahlen am Freitag zu verhindern. Aber wenn man wieder sieht was sich da so für Bündnise zusammenrotten kann einem auch schonmal schnell schlecht werden. Da sieht man auf der Seite der Antifa aus Soest die auch den Stop The Bomb Banner verlinkt haben in einem Beitrag der im Zusammenhang mit den Gegenaktivitäten steht einen Link der zu einer Bündnis Seite führt die u.A von der DKP unterstützt wird die ja auch schon das ein oder andere mal durch ihre antisemitischen Züge auffällig worden. Davon mal abgesehen scheint man in NRW mal wieder ein auf hauptsache Antifa machen zu wollen sprich man turnt wieder mit jeglichen Gruppen zusammen rum egal ob antisemitische Schläger oder Israelsolidarisch. Nun gut das Antifa nicht gleich Antifa ist das weiß ja so gut wie jeder aber genau so gut weiß man auch das Antizionismus gleich Antisemitismus ist und somit rein gar nichts mit Antifaschismus zu tun hat genauso wenig hat Homophobie oder Sexismus was mit Antifaschismus zu tun. Um nochmal auf das Thema Hamm zu kommen fahrt nach Hamm blockiert,sabotiert oder wie auch immer den Naziaufmasrch nur tut es bitte nicht in diesen idiotischen wir sind alle Antifa Bündnisen.

die nächsten Tage wird's wieder ein paar schöne Texte zu lesen geben und vielleicht wird noch ein bisschen am Blog allgemein rumgebastelt wer weiß wer weiß..;-)

Montag, 30. August 2010

Protest gegen Al-Quds Tag in Berlin.

*Solidarität mit Israel! – Gegen Islamismus und Antisemitismus*

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen Al-Quds-Tages, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt. In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten.

*Al-Quds-Tag*
Al Quds ist der arabische Name Jerusalems. Nach der iranischen Revolution 1979 erklärte der Kleriker und „Revolutionsführer“ Ayatollah Khomeini den letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan zum internationalen Al-Quds-Tag. Seither werden weltweit Kundgebungen und Demonstrationen gegen Israel organisiert. Von Teheran bis London, von Jakarta bis Toronto, von Manila bis Beirut und auch in Berlin tragen die Fans der palästinensischen Intifada und eines islamischen „Heiligen Krieges“ ihre Vernichtungsdrohung gegen Israel auf die Straße. Sympathien gelten den Terrorgruppen Hizbullah und Hamas, die mit iranischem Geld und iranischen Waffen jeden politischen Friedensprozess im Nahen Osten sabotieren. Auf iranischen Al-Quds-Demonstrationen ruft die Staatsführung offen zur „Vernichtung des zionistischen Gebildes“ auf und bezeichnet den Holocaust als „Lüge“ und „Vorwand für die Gründung Israels“. In Deutschland, wo solche Propaganda verboten ist, demonstriert man augenzwinkernd „gegen Antisemitismus und Zionismus“.

*Iran: Antisemitismus als staatstragende Ideologie*
Als gesetzlicher Feiertag der Islamischen Republik Iran ist der Al-Quds-Tag zentrale Manifestation eines staatstragenden Antisemitismus. Die fanatische Massenmobilisierung gegen den vermeintlichen „Fremdkörper“ Israel offenbart ein totalitäres Gemeinschaftsideal, in dem Religion, Politik und Kultur ununterscheidbar zusammenfallen. „Der Zionismus“ wird als übermächtiger und verschlagener Feind dämonisiert, von dessen Vernichtung das Schicksal der Welt abhänge. Das Zerrbild einer solchen endzeitlichen Schlacht von Gut gegen Böse ist eine wesentliche Stütze des theokratischen Regimes. Es lässt jede politische Opposition als Hochverrat erscheinen, und deckt so die Verbrechen der iranischen Staatsmacht: Homosexuelle werden gehängt, zahllose Frauen als „Ehebrecherinnen“ gesteinigt, Liberale und Kommunist_innen zu Tode gefoltert.

Doch das islamistische Programm einer „Wiederherstellung“ des goldenen Zeitalters des Propheten ist kein Ausfluss einer vermeintlich „vormodernen“ islamischen Welt, sondern ein spezifisch modernes Phänomen. Zentrale Taktik des politischen Islam ist es, sich als Opfer einer „zerstörerischen westlichen Kultur“ darzustellen und sich dabei als Reaktion auf selbige zu inszenieren. Die strukturellen, in letzter Instanz unpersönlichen Zwänge kapitalistischer Verwertung werden verschwörungstheoretisch als absichtsvolle Zersetzungsstrategie „der Zionisten“ gedeutet, also in klassisch antisemitischer Manier „den Juden“ angekreidet. Im Staat Israel findet dieser reaktionäre Antikapitalismus eine konkrete Projektionsfläche. Hinter diesem „kleinen Satan“ aber stünden als „großer Satan“ die USA, die – wen wundert’s – wiederum von „den Zionisten“ ferngesteuert seien.

Die religiös verbrämte Rhetorik eines vom „Westen“, von Israel und den Juden „gedemütigten“ Islam, der sich nur in der Vernichtung Israels „befreien“ könne, befriedigt vielfältige ideologische Bedürfnisse, und wird deshalb auch von gemäßigten Moslems und weltlichen Nationalisten angenommen. Das greifbare Feindbild eines wehrhaften jüdischen Staates bestätigt wieder und wieder die eigene Opferstilisierung, und schreibt gesellschaftliche Konflikte einem äußeren Feind zu. Mit seiner aggressiven antiisraelischen Propaganda tritt der Iran als Verteidiger der Entrechteten auf, und untermauert gerade damit seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt. Sie lenkt von den innenpolitischen Problemen des Mullahregimes ab, das längst nicht mehr so stabil ist, wie es sich gerne gibt. Umso bedrohlicher ist das iranische Atomwaffenprogramm, durch das die Vernichtung Israels zur realen Gefahr wird.

*Die Linke und Israel*
Ihre Feindschaft zu Israel ist es, die Teile der globalen Linken mit den Islamist_innen verbindet. So bewegt sich auch die iranische Propaganda in den Bahnen eines vulgären Antiimperialismus, der die Welt in entrechtete Völker und raffgierige Ausbeuter sortiert. Von Anfang an sollte der Al-Quds-Tag die „Basis zur Gründung einer Partei aller Unterdrückten der Welt sein“ (Khomeini). Ziel ist freilich nicht die Emanzipation des Individuums aus gesellschaftlicher Herrschaft, sondern eine befriedete Gemeinschaft unter Allahs weisem Diktat. Es wirft ein Schlaglicht auf die ideologische Verfassung weiter Teile der globalen Linken, nämlich dass sie kaum jemals gegen die autoritäre Theokratie des Iran protestieren, aber bei jeder Gelegenheit gemeinsam mit dieser auf Israel eindreschen. Im Namen von Frieden und Humanismus wird die Existenz Israels in Frage gestellt, und der palästinensische Terrorismus als revolutionäre Avantgarde gefeiert.

Jüngstes Beispiel dieser antiisraelischen Querfront ist der medienwirksame Versuch einer internationalen Propagandaflottille, Israels Seeblockade des islamistischen Hamas-Regimes zu durchbrechen. Die Teilnahme prominenter Vertreter_innen der deutschen Linkspartei wird nicht erst dadurch zum Skandal, dass auch türkische Faschist_innen und arabische Jihadist_innen mit an Bord waren. Skandal ist bereits ihr israelfeindliches Anliegen selbst, ihr Angriff auf den Versuch des jüdischen Staates, iranischen Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen zu verhindern. Dass Israel dabei nur auf sich selbst vertrauen kann, beweist die pompös inszenierte, aber völlig wirkungslose UN-Aufsicht der Hisbollah im Südlibanon, wo längst wieder tausende iranische oder vom Iran finanzierte Raketen gegen Israel in Stellung gebracht wurden. Ohne solche Fakten überhaupt zu erwägen, demonstrierten auch in Berlin Linkspartei und Teile der Antifa gemeinsam mit Islamist_innen und türkischen Faschist_innen gegen das Abfangmanöver des israelischen Militärs. Wochenlang verbreiteten sie Lügenmärchen über die Friedfertigkeit einer gewalttätigen Propagandatruppe, die den Kampf gegen Israel als „Heiligen Krieg“ begreift.

*Rechte Israelsolidarität und antimuslimischer Rassismus*
In Abgrenzung zum antisemitischen Weltbild traditioneller Neonazis haben sich in den letzten Jahren in Europa und nicht zuletzt in Deutschland extrem rechte Gruppen herausgebildet, die den Islam als Hauptfeind ausmachen. Die westlichen Gesellschaften werden als gewachsene und fortschrittliche Kulturen eines „jüdisch-christlichen Abendlandes“ idealisiert. Israel erscheint in diesem Weltbild als Vorposten im Kampf gegen den Islam.

Auch diese Freund-Feind-Sortierung ist durchschaubare Ideologie. Soziale Konflikte werden zu Kulturkämpfen mystifiziert, in denen sich moderne Chauvinist_innen und Rassist_innen unverfänglicher austoben können. Der inszenierte Schulterschluss mit Israel soll an die offizielle proisraelische Staatsräson der Berliner Republik anknüpfen, und die Frontstellung gegen „den Islam“ provokant untermauern. In Wahrheit liegt diesen sich betont israelsolidarisch gebenden Rechten weder an Israel noch an einer kritischen Reflexion antisemitischer Ideologien. Ihre Berufung auf eine vermeintlich vorpolitische „Kultur“ als Quelle kollektiver Identität fordert Homogenisierung und Konformismus.

*Deutschlands Rolle*
Der nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland entstandene „Neue Antisemitismus“, der durch Relativierung bzw. Leugnung der Shoah deutsche Schuld abzuwehren sucht, ist auch heute noch im Denken weiter Teile der Bevölkerung vorhanden. Zugleich ist auf der anderen Seite die Anerkennung deutscher Schuld ein zentraler Faktor der Staatsräson der Berliner Republik geworden. Dies wurde spätestens 1999 deutlich, als deutsche Flugzeuge mit der moralischen Legitimation eines „nicht trotz, sondern wegen Ausschwitz“ Belgrad bombardierten. Aus eben selbiger leitet sich eine besondere Verantwortung für Israel ab.
Obwohl Deutschland erst kürzlich seine Wirtschaftsbeziehungen eingeschränkt hat, ist es noch immer zweitgrößte Exporteur in den Iran – unter anderem für dessen kriegswichtige Industrien – und hat jahrzehntelang offen antisemitischen Staaten politische Treue gehalten.

*Warum Israel*
In einer kapitalistisch verfassten Welt, die ihren Antisemitismus stetig reproduziert, ist die staatliche Souveränität der Jüdinnen und Juden die einzig angemessene Möglichkeit, dem mörderischen Antisemitismus dauerhaft Schranken zu setzen. Die Notwendigkeit eines jüdischen Staates wird täglich aufs Neue bestätigt durch einen grassierenden Antisemitismus, der sich nicht zuletzt auch beim so genannten Al-Quds-Tag manifestiert.

Für den 4. September rufen wir zu einer Demonstration in Berlin auf. Anlässlich der Al-Quds-Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit Israel ausdrücken, und ein Zeichen gegen jeden Antisemitismus setzen

Quelle:http://noalquds.blogsport.de/

Mittwoch, 25. August 2010

Henry M. Broder Video zum Thema Antizionismus

Mittwoch, 18. August 2010

Redebeiträge von der "Gegen das Bündnis von Linkspartei und Hamas" Demonstration.

Die Redaktion Bahamas hat alle Redebeiträge nun auf ihrer Seite veröffentlich und können unter folgendem Link gelesen werden: http://www.redaktion-bahamas.org/aktuell/100612kundgebung.html

nochmals Vielen Dank an die Redaktion Bahamas für die Veröffentlichung der Texte.

Dienstag, 17. August 2010

Bericht über die "Kameradschaft Aachener Land"

Kurzer Bericht von Report München über die antisemitischen Schläger der KAL
die schon seit Jahren Linksgerichtete Personen im Raum Aachen terrorisiert.